Vergangene Polyloge

Der erste Polylog in unserer neuen Reihe fand statt am 15. Dezember 2020 mit dem Thema

Ausdauertherapie als Methode der körperlichen, emotionalen und kognitiven Selbstregulation
Grundlagenwissen, Evidenzbasierung und Anwendung.

Leider war dieser  Polylog bereits nach 4 Tagen ausgebucht. Wir planen evtl. im nächsten Jahr aufgrund des großen Interesses eine Wiederholung.Martin J. Waibel, Dipl. Supervisor, Dipl. Sozialarb., MSc (Psychotherapie), Integrativer-Leib und Bewegungstherapeut und Lehrtherapeut am FPI/EAG berichtete aus seinen klinischen Erfahrungen der Ausdauertherapie, dem wissenschaftlichen Hintergrund mit medizinischen Grundlagenwissen, Grenzen und Möglichkeiten sowie interessante Tipps für den Alltag unserer Patienten. Er erläuterte die Ausdauertherapie  mit ganz unterschiedlichen Patientengruppen (Jungen Erwachsenen, Schmerzpatienten, Angststörungen, Depressionen, Essstörungen u.v.a.) aus einer knapp 20 Jahre Erfahrung mit ca. 1600 Patienten.  Es war ein sehr ergiebiger Abend mit sehr interessanten Fachaustausch und Praxiserfahrungen.

Hinweise zu Büchern und Fachartikeln können sie auch im Nachhinein von der zusammengestellten kommentierten Literaturliste entnehmen. Die Literaturliste hier zum Download.

 
 
 

Polylog am 05.02.2021 zum Thema Embodiment:  Robert Stefan nahm die Teilnehmer mit auf eine Zeitreise zur jüngeren Geschichte und zur Aktualität des informierten Leibes

Embodiment ist nicht nur in der “Körperpsychotherapieszene” seit dem Erscheinen des Buches von Maja Storch et. al (Embodiment) im Jahre 2006 ein vieldiskutiertes Konzept in Theorie und Praxis. Die Betrachtung des Menschen als embodied hat sich in den kognitiven Neurowissenschaften und der Philosophie bereits ab den 1980er Jahren etabliert. Durch einen geschichtlichen Blick auf das Leib-Seele Problem seit der Antike erläuterte Robert Stefan diesen Ansatz und das damit in Zusammenhang stehende Menschenbild. Vielbeachtete Forschungsprogramme der Embodiment-Forschung in den Kognitions- und Neurowissenschaften setzte der Autor dann in die Szene, welche gewisse Dunkelstellen in der Phänomenologie des Leibes zu erhellen vermochten. Er stellte fruchtbare Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch in den Anwendungsfeldern der psychosomatischen Medizin und der Bewegungs- und leiborientierten  bzw. körperorientierten Therapien, die theoretisch und praktisch davon ausgehen müssen, dass Leib und Seele interagieren und aufs Engste miteinander verflochten sind. Robert Stefan war wichtig in seinem Referat, nicht nur zu sagen, dass der Geist embodied ist, sondern zu zeigen, wie jene Verkörperung entsteht und begreifbar wird. Am Ende des Polylogs wurden die ausgeführten aktuellen Entwicklungen in der Embodiment-Forschung mit Kerngedanken der Integrativen Therapie in Beziehung gesetzt. Ein kurzer Theorie-Praxis Dialog im Austausch mit den Teilnehmern stand am Ende des Abends.
Robert Stefan hat zum gleichnamigen Thema in 2020 ein Buch veröffentlicht: Zukunftsentwürfe des Leibes. Integrative Psychotherapiewissenschaft und kognitive Neurowissenschaften im 21. Jahrhundert, Springer-Verlag.

 

Robert Stefan, BA MA MSc, ist approbierter Integrativer Therapeut in Krems und Wien, Österreich; Autor, Freier Wissenschaftler und externer Lehrbeauftragter an der Donau-Universität Krems und der FH IMC Krems. Doktorand am Institut für Philosophie und Bildungswissenschaft, Universität Wien. Dissertationsprojekt gefördert im Rahmen des Science Calls 2016 [SC16-025] vom Fonds Niederösterreichische Forschung und Bildung (NFB).
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