Polyloge Information

Körperpsychotherapie – gestern, heute, morgen

… mit Prof. Petzold

Dienstag 06. Dezember, 19.00 Uhr

Im Dezember-POLYLOG treffe ich mich immer mit Menschen, die sich für die Körperpsychotherapie besonders verdient gemacht haben.

In diesem POLYLOG werde ich mich mit Prof. Dr. mult. Hilarion Petzold unterhalten. Schon  im April 1987, vor über 35 Jahren zählte Rolf Zundel, politischer Redakteur und stellvertretender Chefredakteur bei der Wochenzeitschrift „Die ZEIT“, Prof. Petzold in einem frühen Portrait zu den „Leitfiguren der Psychotherapie“.  Seine „Integrative Therapie“ ist in diesem Jahr nun 50 Jahre alt geworden.

Genug Anlass um sich mit Fragen zur Körperpsychotherapie aus der Geschichte, den aktuellen Themen und zukünftigen Entwicklungen zu befassen. Prof. Petzold ist ein innovativer und diskursiver „Geist“: er hat viele Entwicklungen vorausgesehen, ebenso frühzeitig sich mit Risiken und Schäden in der Psychotherapie befasst

Sein äußerst breites und umfangreiches schriftliches Werk umfasst mehr als 1300 Veröffentlichungen zu seiner „integrativen Humantherapie“ und angrenzenden Bereichen in Supervision, Ökologie, Natur- und Kreativtherapie, Kulturarbeit und klinischer Philosophie. Er hat dabei viele wichtige Konzepte entwickelt (z.B. 5 Säulen der Identität, informierter Leib) und neue Begriffe geprägt, bzw. Termini mit einer neuen, spezifisch integrativen Bedeutung versehen, die auch in den fachsprachlichen Gebrauch des weiteren psychosozialen Feldes Eingang gefunden haben (z. B. Kreative Medien). Im Mittelpunkt steht immer der Leib und die Lebenswelt/Natur.

Natürlich wird dieser POLYLOG nicht nur Dialog werden, sondern Sie als Zuhörerinnen können sich jederzeit mit ihren Fragen und Beiträgen beteiligen.

.Termin: Dienstag 06. Dezember 2022 ab 19.00 Uhr (Dauer 3 UE, ca. bis 20.15 Uhr)

Anmeldung: https://ibt-verein.de/polylog

Unkostenbeitrag: 10 €

Nach der verbindlichen Anmeldung erhalten Sie einen Zugangslink, der Sie an diesem Abend teilnahmeberechtigt.

Was ist ein Polylog?

»Polylog wird verstanden als vielstimmige Rede, die den Dialog zwischen Menschen umgibt und in ihm zur Sprache kommt, ihn durchfiltert, vielfältigen Sinn konstituiert oder einen hintergründigen oder untergründigen oder übergreifenden Polylogos aufscheinen und „zur Sprache kommen läßt.”

Vielleicht ist dies ein noch ungestalteter, „roher Sinn“ im Sinne Merleau-Pontys (1945, 1964) oder ein „primordialer Sinn“, (Petzold 1978c), eine „implizite Ordnung“ (Bohm), die auch schon die Gestaltungsmöglichkeiten und -formen enthält oder „chaotischen Sinn“ – warum nicht? – Polylog ist der Boden, aus dem Gerechtigkeit hervorgeht; sie gedeiht nicht allein im dialogischen Zwiegespräch, denn sie braucht Rede und Gegenrede, Einrede und Widerrede, bis ausgehandelt, ausgekämpft werden konnte, was recht, was billig, was gerecht ist, deshalb ist er der Parrhesie, der freien, mutigen, wahrhaftigen Rede, verpflichtet. – Polylog ist ein kokreatives Sprechen und Handeln, das sich selbst erschafft. – Polylog ist aber auch zu sehen als „das vielstimmige innere Gespräch, innere Zwiesprachen und Ko-respondenzen nach vielen Seiten, die sich selbst vervielfältigen“.  Das Konzept des Polyloges bringt unausweichlich das Wir, die strukturell anwesenden Anderen, in den Blick, macht die Rede der Anderen hörbar oder erinnert, daß sie gehört werden müssen – unbedingt! Damit werden die Anderen in ihrer Andersheit (Levinas), in ihrem potentiellen Dissens (Foucault), in ihrer Différance (Derrida), in ihrer Mitbürgerlichkeit (Arendt) prinzipiell „significant others“, bedeutsame Mitsprecher für die „vielstimmige Rede“ (Bakhtin), die wir in einer humanen, konvivialen Gesellschaft, in einer Weltbürgergesellschaftschaft brauchen« (Petzold 1988t/2002c).

Unsere Reihe:  POLYLOGE_online

Wir haben im November 2020  ein Experiment gewagt. Auch unsere Fachtagung mit dem Titel „Integrative Diagnostik und (Bewegungs-) Therapie bei Menschen mit Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen“ hätte wie viele andere Tagungen abgesagt werden müssen. Dann haben wir uns zu einem Experiment entschlossen und die Tagung ONLINE stattfinden lassen.

Geht das in der Körper- und Bewegungspsychotherapie? Diese Frage stellten wir uns und natürlich auch viele unserer Kolleg*innen. Die erste Resonanz vor der Tagung war sowohl von Ablehnung als auch Begeisterung geprägt. Und trotz aller Nachteile, es gab auch Vorteile: So konnten Kolleg*innen von Sizilien über die Niederlande bis hin nach Hamburg teilnehmen.

Nach der Tagung ist unsere Skepsis einer neuen Begeisterung gewichen und wir haben neben dem Schutz der Gesundheit, dem Vorteil nicht langer Anfahrtszeiten und teurer Übernachtungen gerade in Corona-Zeiten auch die Erkenntnis gewonnen, dass ONLINE-Medien durchaus auch für bewegungstherapeutische und körperpsychotherapeutische Fachfortbildungen – zwar in anderer Form – geeignet sind.

Daraus entstand die Idee, diese Polyloge regelmäßig ONLINE weiterzuführen. Wir wollen dabei Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Herausforderungen von Leib-, Körper-, Bewegungs-, (Psycho)therapeut*innen im klinischen Alltag aufgreifen, um sie in einem gemeinsamen Austausch zu erörtern und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Wir laden Fachleute aus den verschiedensten Themengebieten der (Körper)Psychotherapie ein. Ab 2022 werden wir versuchen auch internationalen Kolleg*innen hier ein Forum zu eröffnen. Forschung und Praxis werden gleichsam berücksichtigt. Die POLYLOGE_online Reihe bieten neben dem Vortrag von Fachleuten, einen diskursiven Austausch mit namhaften Forschern und Praktiker*innen sowie Kontakte zu neuen Kolleg*innen aufzubauen.

Dazu laden wir Sie herzlich ein. Natürlich sind solche Veranstaltungen mit Kosten verbunden und wir müssen Ihnen  hierzu einen kleinen Betrag  berechnen um die Unkosten zu decken. Für die Mitglieder der „Deutschen Gesellschaft für Integrative Leib- und Bewegungstherapie“ ist diese Veranstaltung frei.

Der nächste Online Polylog steht bereits bevor...

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