Podcasts Information
Leib – Symbol – Geist
Die Arbeit mit kreativen Medien in der Psychotherapie.
Grundlegende Erkenntnisse aus der Material Engagement Theorie (MET) mit Lambros Malafouris
Montag 19.10.2026, 19.00 Uhr
In der Material-Engagement-Theorie (MET 2013) entwickelt der Kognitionsarchäologe Prof. Lambros Malafouris eine archäologisch forschungsgestützte Theorie, der zufolge Denken nicht nur im Kopf, sondern besonders in der Interaktion zwischen Menschen und Dingen stattfindet. Geist und Materie sind demnach nicht getrennt, sondern Dinge formen aktiv unsere kognitiven Prozesse. Kognition ist demnach eine emergente Eigenschaft der Interaktion zwischen Geist, Körper und materieller Welt.
Mit der Material-Engagement-Theorie (MET) liegt eine sehr fundierte, wissenschaftlich gestützte Theorie für den Einsatz von „kreativen Medien“ und der Arbeit mit den Dingen vor. Die Dinge sind nicht bloße Werkzeuge oder externe Speicher, sondern Teil des Denkprozesses selbst. Malafouris spricht von „Thinging“: Dinge verfügen über eine eigene Art von Handlungsmacht (Material Agency), da sie unsere Handlungen und Gedanken beeinflussen. Malafouris knüpft an die Theorie des Extended Mind von Clark und Chalmers (1998) an, geht jedoch darüber hinaus: Während Clark und Chalmers von einer Erweiterung des Geistes durch äußere Hilfsmittel sprechen, sieht Malafouris keine klare Grenze zwischen Innen (Geist) und Außen (Materie). Die materielle Welt ist demnach ein konstitutiver Bestandteil des Denkens und nicht nur ein Hilfsmittel.
In diesem Podcast wird Lambros Malafouris zunächst grundlegende Erkenntnisse der Material Engagement Theorie (MET) vorstellen. Anschließend werde ich mich mit L. Malafouris darüber unterhalten, wie Dinge in der Entwicklung als Symbole in der Therapie effektiv eingesetzt werden können und wie sie wirkmächtig unser Handeln beeinflussen können.

Prof. Lambros Malafouris ist ein griechisch-britischer kognitiver Archäologe, der Pionierarbeit bei der Anwendung von Konzepten aus der Philosophie des Geistes auf das archäologische Material geleistet hat. Er ist Professor für kognitive und anthropologische Archäologie an der Universität Oxford. Bekannt ist er für seine „Material Engagement Theory“ – die These, dass materielle Objekte im archäologischen Fundmaterial Teil des antiken menschlichen Geistes sind.
In Zusammenarbeit mit Renfrew entwickelte Malafouris einen Ansatz zur Erforschung des menschlichen Geistes in Vergangenheit und Gegenwart, der als „Material Engagement Theory“ (MET) bekannt ist. Die MET basiert auf drei zentralen Grundsätzen:
Kognition wird erweitert und umgesetzt, da materielle Formen Teil des Geistes sind und Kognition die Interaktion zwischen Gehirn, Körper und materiellen Formen darstellt.
Materialität besitzt Wirkkraft, da sie Veränderungen im Gehirn und im Verhalten beeinflussen kann.
Bedeutung (Signifikation) entsteht durch die aktive Auseinandersetzung mit materiellen Formen.
Diese Grundsätze bieten einen archäologischen Rahmen, der „eine neue Art des Verständnisses der Natur der Kognition selbst bietet“ und „die archäologischen Funde als integralen Bestandteil des Denkprozesses etabliert“. (entnommen aus WIKIPEDIA engl.)
Der Podcast findet in englischer Sprache mit direkter Übersetzung in Deutsch statt.
Für Teilnehmer, die sich vorab mehr informieren möchten, hier zwei Literaturempfehlungen. Teilnehmer die den PODCAST gebucht haben, werden zwei Artikel in Deutsch zur Verfügung gestellt.
Malafouris L. (2013): How things shape the mind. A Theory of Material Engagement. MIT Press, Cambridge.
Malafouris L., Fuchs T., Galese V., Röhricht F.: (2025): Steps to an EnvironMental health, Phenomenology and the Cognitive Sciences 7/2025, https://doi.org/10.1007/s11097-025-10096-1
Termin: Montag 19. Oktober 2026
Anmeldung: ab 06.08.2026
Moderation: Martin J. Waibel
Unkostenbeitrag: 20 €
Nach der verbindlichen Anmeldung erhalten Sie einen Zugangslink, der Sie an diesem Abend teilnahmeberechtigt.
V.i.S.d.P.: DGIB, Martin J. Waibel, Aulendorf www.ibt.verein.de, info@ibt-verein.de
Body – Symbol – Mind
Working with creative media in psychotherapy.
Key insights from Material Engagement Theory (MET) with Lambros Malafouris
In Material Engagement Theory (MET 2013), the cognitive archaeologist Prof. Lambros Malafouris develops an archaeologically grounded theory according to which thinking takes place not only in the mind, but particularly in the interaction between people and objects. Mind and matter are therefore not separate; rather, objects actively shape our cognitive processes. Cognition is thus an emergent property of the interaction between mind, body and the material world.
The Material Engagement Theory (MET) provides a well-founded, scientifically supported framework for the use of ‘creative media’ and working with objects. Objects are not mere tools or external storage devices, but part of the thought process itself. Malafouris speaks of ‘thinging’: objects possess their own form of agency (material agency), as they influence our actions and thoughts. Malafouris builds on Clark and Chalmers’ (1998) theory of the Extended Mind, but goes beyond it: Whilst Clark and Chalmers speak of an extension of the mind through external aids, Malafouris sees no clear boundary between the internal (mind) and the external (matter). The material world is therefore a constitutive component of thought and not merely an aid.
In this podcast, Lambros Malafouris will begin by presenting the fundamental principles of Material Engagement Theory (MET). I will then discuss with L. Malafouris how objects can be effectively used as symbols in therapy and how they can powerfully influence our actions.
Prof. Lambros Malafouris is a Greek-British cognitive archaeologist who has pioneered the application of concepts from the philosophy of mind to archaeological material. He is Professor of Cognitive and Anthropological Archaeology at the University of Oxford. He is known for his ‘Material Engagement Theory’ – the thesis that material objects found in archaeological sites form part of the ancient human mind.
In collaboration with Renfrew, Malafouris developed an approach to studying the human mind in the past and present, known as ‘Material Engagement Theory’ (MET). MET is based on three central principles:
Cognition is extended and realised, as material forms are part of the mind and cognition constitutes the interaction between the brain, the body and material forms.
Materiality has an impact, as it can influence changes in the brain and behaviour.
Meaning (signification) arises through active engagement with material forms.
These principles provide an archaeological framework that “offers a new way of understanding the nature of cognition itself” and “establishes archaeological finds as an integral part of the thought process”. (taken from WIKIPEDIA, English)
The podcast will be in English with simultaneous translation into German.
For participants who would like to find out more in advance, here are two recommended readings. Participants who have booked the podcast will be provided with two articles in German.
Malafouris L. (2013): How Things Shape the Mind: A Theory of Material Engagement. MIT Press, Cambridge.
Malafouris L., Fuchs T., Galese V., Röhricht F.: (2025): Steps to an EnvironMental Health, *Phenomenology and the Cognitive Sciences* 7/2025, https://doi.org/10.1007/s11097-025-10096-1
Date: Monday 19 October 2026
Registration: from 6 August 2026
Moderator: Martin J. Waibel
Contribution towards costs: €20
Once you have registered, you will receive an access link entitling you to participate on the evening of the event.
Responsible under press law: DGIB, Martin J. Waibel, Aulendorf www.ibt.verein.de, info@ibt-verein.de
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Unser nächster PODCAST:
Das unersättliche Selbst
Phänomenologie des Narzissmus
Dieser PODCAST musste auf den DO 3. Dez. 2026 verlegt werden. Buchungen sind wieder ab 20. 10. 2026 möglich.
Narzissmus ist allgegenwärtig – als Modewort, moralischer Vorwurf, Gesellschaftsdiagnose oder klinischer Befund. Doch was verbirgt sich dahinter? Und warum sind narzisstische Menschen nicht zufriedenzustellen – unersättlich? Thomas Fuchs und Thomas Arnold entwerfen zusammen in ihrem neuen Buch eine phänomenologisch-existenziale Sicht des Narzissmus. Das narzisstische Selbst- und Weltverhältnis erweist sich hier als Ausdruck einer existenziellen Leere: eines leiblich gespürten Mangels an Selbstwert, der durch äußere Bestätigung, Attraktivität oder Macht nie dauerhaft gestillt werden kann.
Gibt es auch gesunden Narzissmus? Wieso sind echte Begegnungen für Narzissten so schwierig? Und was haben Virtualität, Verschwörungstheorien und extreme Politik mit Narzissmus zu tun? Ein hochaktuelles Buch, das uns den Spiegel vorhält.
Ingrid Braunbarth, Soziologin und IBT-Therapeutin wird sich eingehend mit Prof. Fuchs über sein neues Werk unterhalten. Ihre/Eure Fragen sind natürlich wie immer sehr willkommen in diesem lebendigen POLYLOG.

Moderation: Ingrid Braunbarth
Termin: verlegt auf Donnerstag 03. Dezember 2026 ab 19.00 Uhr (Dauer 3 UE, ca. bis 21.15 Uhr)
Anmeldung: ab 20. Oktober möglich
Unkostenbeitrag: 20 €
Nach der verbindlichen Anmeldung erhalten Sie einen Zugangslink, der Sie an diesem Abend teilnahmeberechtigt.
V.i.S.d.P.: DGIB, Martin J. Waibel, Aulendorf www.ibt.verein.de, info@ibt-verein.de
Unsere Serie: DGIB-Podcast_live
Wir haben im November 2020 ein Experiment gewagt. Auch unsere Fachtagung mit dem Titel „Integrative Diagnostik und (Bewegungs-) Therapie bei Menschen mit Entwicklungs- und Persönlichkeitsstörungen“ hätte wie viele andere Tagungen abgesagt werden müssen. Dann haben wir uns zu einem Experiment entschlossen und die Tagung ONLINE stattfinden lassen.
Geht das in der Körper- und Bewegungspsychotherapie? Diese Frage stellten wir uns und natürlich auch viele unserer Kolleg*innen. Die erste Resonanz vor der Tagung war sowohl von Ablehnung als auch Begeisterung geprägt. Und trotz aller Nachteile, es gab auch Vorteile: So konnten Kolleg*innen von Sizilien über die Niederlande bis hin nach Hamburg teilnehmen.
Nach der Tagung ist unsere Skepsis einer neuen Begeisterung gewichen und wir haben neben dem Schutz der Gesundheit, dem Vorteil nicht langer Anfahrtszeiten und teurer Übernachtungen gerade in Corona-Zeiten auch die Erkenntnis gewonnen, dass ONLINE-Medien durchaus auch für bewegungstherapeutische und körperpsychotherapeutische Fachfortbildungen – zwar in anderer Form – geeignet sind.
Daraus entstand die Idee, diese Podcasts regelmäßig ONLINE weiterzuführen. Wir wollen dabei Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Herausforderungen von Leib-, Körper-, Bewegungs-, (Psycho)therapeut*innen im klinischen Alltag aufgreifen, um sie in einem gemeinsamen Austausch zu erörtern und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
Wir laden Fachleute aus den verschiedensten Themengebieten der (Körper)Psychotherapie ein. Ab 2022 haben wir nun auch begonnen mit internationalen Kolleg*innen in einen intensiven Austausch (Deutsch/Englisch) zu treten. Forschung und Praxis werden gleichsam berücksichtigt. Die DGIB-Podcast_live Serie bieten neben dem Vortrag von Fachleuten, einen diskursiven Austausch mit namhaften Forschern und Praktiker*innen sowie Kontakte zu neuen Kolleg*innen aufzubauen.
Dazu laden wir Sie herzlich ein. Natürlich sind solche Veranstaltungen mit Kosten verbunden und wir müssen Ihnen hierzu einen kleinen Betrag berechnen um die Unkosten zu decken. Für die Mitglieder der „Deutschen Gesellschaft für Integrative Leib- und Bewegungstherapie“ ist diese Veranstaltung frei.
Der nächste Online Podcast steht bereits bevor...
Einfach von zu Hause aus Teilnehmen.
